Banken bepreisen Währungen nach Handelsvolumen. Für Euro-Dollar bekommen Sie einen engen Kurs, weil täglich Milliarden gehandelt werden. Für den Vietnamesischen Dong gilt das nicht — und weil kaum ein Firmenkundenbetreuer einen Vergleichswert hat, wird der Aufschlag selten hinterfragt. Wir sehen in diesem Korridor regelmäßig Konditionen am oberen Ende der Bandbreite.
Dazu kommt: Viele Banken leiten Zahlungen nach Vietnam über zwei Korrespondenzbanken, weil sie keine direkte Verbindung unterhalten. Jede davon kostet zwischen 10 und 30 Euro — und zieht sie direkt vom überwiesenen Betrag ab, sodass beim Lieferanten weniger ankommt als auf der Rechnung steht. Die daraus entstehende Differenz klären am Ende Ihr Einkauf und die Buchhaltung, nicht die Bank.
Quelle: Exiap, SWIFT-Überweisung — Kosten, Dauer und Gebühren im Vergleich 2026.
Vietnamesische Exporteure fakturieren überwiegend in US-Dollar. Das ist Gewohnheit, nicht Vorschrift. Wenn Sie regelmäßig beim selben Lieferanten kaufen, lohnt das Gespräch über eine Fakturierung in Euro oder in Landeswährung — das verschiebt das Währungsrisiko dorthin, wo es besser gesteuert werden kann, und macht Ihre Kalkulation planbar.
Für Unternehmen mit eigenem Standort in Vietnam gilt das doppelt: Gehälter, Miete und lokale Dienstleister werden ohnehin in Dong bezahlt. Wer monatlich einen Euro-Betrag überweist und vor Ort umtauschen lässt, zahlt den Aufschlag jeden Monat aufs Neue.