Wenn Sie Ihren chinesischen Lieferanten in US-Dollar bezahlen, wird zweimal umgerechnet: Sie tauschen Euro in Dollar, Ihr Lieferant tauscht Dollar in Renminbi. Beide Male verdient eine Bank am Kurs. Und weil Ihr Lieferant sein Währungsrisiko nicht selbst tragen will, ist ein Puffer bereits im Stückpreis enthalten — Sie zahlen ihn mit, ohne ihn je zu sehen.
Die Gegenprobe ist einfach: Fragen Sie nach dem Preis bei Zahlung in CNY. In vielen Fällen liegt er zwei bis drei Prozent unter dem Dollarpreis, weil der Puffer entfällt. Diese Differenz ist größer als fast jede Gebühr, über die Sie mit Ihrer Bank verhandeln könnten.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 056 vom Februar 2026.
Der Renminbi wird in zwei Märkten gehandelt: onshore im chinesischen Festland (CNY) und offshore, überwiegend in Hongkong (CNH). Die Kurse laufen dicht beieinander, sind aber nicht identisch. Für Sie ist relevant, welcher der beiden Ihrer Abrechnung zugrunde liegt und ob die Differenz an Sie weitergegeben oder einbehalten wird.
Wir weisen den verwendeten Referenzkurs auf jeder Abrechnung aus. Das klingt nach einer Kleinigkeit — bei 3 Millionen Euro Einkaufsvolumen sind zehn Basispunkte Unterschied 3.000 Euro im Jahr.
Im China-Einkauf sind 30 Prozent Anzahlung bei Auftrag und 70 Prozent gegen Kopie des Konnossements üblich. Das bedeutet: Sie gehen zweimal je Bestellung durch den Zahlungsprozess, und bei jeder Zahlung fallen Gebühren und Kursaufschlag erneut an. Wer 60 Bestellungen im Jahr macht, hat 120 Zahlungsvorgänge — das ist der Hebel, den viele unterschätzen.