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Zahlungskorridor · Deutschland → Türkei

Zahlungen in die Türkei — wenn der Kurs das Zahlungsziel überholt

Die Türkei ist für deutsche Textil-, Automotive- und Lebensmittelimporteure der nächstgelegene Beschaffungsmarkt außerhalb der EU. Der Zahlungsverkehr dorthin ist technisch unkompliziert — und trotzdem der Korridor, in dem Unternehmen am häufigsten Geld verlieren, ohne dass jemand einen Fehler gemacht hat.
60 Tage
typisches Zahlungsziel
5–50 €
Grundgebühr je Überweisung
TRY
hohe Kursbewegung im Zahlungsziel

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Warum 60 Tage Zahlungsziel in der Türkei ein Währungsgeschäft sind

Wenn Sie heute in Türkischer Lira fakturiert bekommen und in 60 Tagen zahlen, haben Sie eine Währungsposition eröffnet — ohne es zu wollen und ohne sie zu bewerten. Bewegt sich der Kurs zu Ihren Gunsten, freut sich niemand, weil es niemand misst. Bewegt er sich dagegen, wird es als „Wechselkursverlust" in der Buchhaltung verbucht und als Pech abgehakt.

Der saubere Weg ist, die Entscheidung bewusst zu treffen: entweder in Euro fakturieren lassen (dann trägt der Lieferant das Risiko und preist es ein) oder in Lira fakturieren und den Kurs bei Auftragserteilung festschreiben. Beides ist legitim. Nur das Nichtentscheiden ist teuer.

Was eine Zahlung in die Türkei tatsächlich kostet

Sichtbar: eine Grundgebühr zwischen 5 und 50 Euro sowie Fremdspesen der beteiligten Banken. Unsichtbar: der Aufschlag auf den Wechselkurs, der zwischen 0,5 und 5 Prozent liegen kann. Bei einem Jahresvolumen von 900.000 Euro ist der Unterschied zwischen einem und drei Prozent gleich 18.000 Euro — das entspricht einer halben Stelle im Einkauf.

Quelle: Exiap, SWIFT-Gebührenvergleich 2026.

Was Unternehmen uns zu Türkei fragen

Sollen wir in Euro oder in Lira fakturieren lassen?
In Euro ist bequemer, kostet aber den Risikoaufschlag des Lieferanten. In Lira ist günstiger, wenn Sie den Kurs bei Auftragserteilung festschreiben. Ohne Festschreibung ist es eine Wette.
Kann ich den Kurs für eine künftige Zahlung fixieren?
Ja, das ist Standard im Firmenkundengeschäft. Wichtig ist, dass Laufzeit und Betrag zum tatsächlichen Zahlungsziel passen — sonst tauschen Sie ein Risiko gegen ein anderes.
Wie schnell ist eine Zahlung in die Türkei?
Über gängige Wege ein bis drei Werktage, abhängig von Compliance-Prüfungen bei der Empfängerbank.
Worauf achtet die türkische Empfängerbank?
Auf Übereinstimmung von Empfängername und Kontoinhaber sowie auf einen nachvollziehbaren Zahlungsgrund mit Rechnungsbezug. Abkürzungen im Firmennamen sind der häufigste Stolperstein.

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